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Patentkriege – die neue Art der Wirtschaftskriege

Apple und Samsung kamen kürzlich in die Schlagzeilen, als Samsung vor einem kalifornischen Geschworenengericht für das Kopieren von Funktionen und Design von Applegeräten (Smartphones, Tablets) für schuldig gesprochen wurde. Samsung wurde für die Patenverletzungen zu einer Schadenersatzsumme an Apple von 1 Milliarde US-Dollar verurteilt.

 

Man hat den Eindruck, dass derzeit jeder jeden wegen Patenten einklagt. Hier nur eine kleine Auswahl der Meldungen bezüglich Patenstreitigkeiten in letzter Zeit:

  • Ein US-Gericht hat im Mai 2012 entschieden, dass Googles Smartphone-Betriebssystem Android keine Patente des Softwarekonzerns Oracle verletzt. Dieser hatte Schadensersatz gefordert.
  • Ein US-Bundesrichter hat im Juni 2012 einen Prozess von Apple gegen Motorola abgeblasen, weil keine der Parteien einen Anspruch auf den Ersatz von entstandenem Schaden begründen konnte.
  • Die taiwanische National Cheng Kung University (NCKU) hat Apple im Juli 2012 verklagt. Die Universität wirft Apple vor, mit dem Sprachassistenten Siri zwei US-Patente wissentlich zu verletzen, die beide spezifische Spracherkennungstechniken schützen. Die NCKU fordert Schadenersatz.
  • Motorola, welche von Google vor allem wegen seiner Patente übernommen hat, klagte im August 2012 Apple ein. Motorola hat seine Klage damit begründet, dass verschiedene Funktionen in den Apple-Computern einschliesslich des Spracherkennungs-Assistenten Siri Patente von Motorola verletzen.

Bei den vielen Patentstreits geht es um die Vorherrschaft in der immer wichtiger werdenden mobilen IT-Welt. Wer hier den Standard diktieren kann, gewinnt in einem milliardenschweren Markt. Es geht um viel Geld, denn Smartphones und Tablets gehört die Zukunft.

Googles Handy-Betriebssystem Android könnte dann an Bedeutung einbüssen, wenn Apple mit weiteren Klagen gegen Google selber oder weitere Handyhersteller mit Androidsystemen vorgeht. Denn dadurch würde das Risiko, Android-Handys herzustellen grösser und bei allfälligen Lizenzzahlungen die Hardware teurer.

Der Gewinner aus diesen Streitigkeiten könnte paradoxerweise sogar Microsoft sein. Zwar hat Microsoft mit seiner mobilen Windows-Version nur wenige Prozente Marktanteil, aber dafür ist seine mobile Plattform weitgehend frei von Patentkonflikten. Zudem gilt Microsoft als Meister juristischer Auseinandersetzungen, denn aus allen Gerichtsverfahren, die Apple wegen der Ähnlichkeit von Windows mit dem Mac-OS jemals angestrebt hatte, ging Microsoft als Sieger hervor.

 

Dieser Artikel erscheint im September im Marketing & Kommunikation in den Online-Highlights von Jörg Eugster.

Mehr zum Thema Mobile Marketing und Mobile Applikationen gibt es auf wifimaku.

 

Reputationsrisiken in Online-Medien – was tun?

Hier nun die Unterlagen des Referats an der Suisse EMEX – Fachmesse & Kongress für Marketing | 21. August 2012

von MLaw et lic.oec. Nathalie Glaus

Sie oder Ihre Firma wurden verunglimpft oder gar gebeutelt, das Ganze dauernd abrufbar über Suchmaschinen. Was können sie rechtlich dagegen tun? Tipps der „Medienrecht-Schweiz“-Anwältin zum Reputation-Management. Mit Beispielen aus der Praxis.

=> zum Referat „Medienrecht Schweiz: Reputationsrisiken in Online-Medien (August 2012)

Titanic und der Papst

Nathalie Glaus hat als wifimaku-Autorin des Buches „Medienrecht Schweiz“ folgenden Beitrag geschrieben:
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Mit einer einstweiliger Verfügung vom 10.07.2012 hat das Landgericht Hamburg das Titelbild der Satirezeitschrift „Titanic“ verboten.

Vgl. dazu auch

und das

 

ACTA – viel Lärm um nichts?

Nathalie Glaus hat als wifimaku-Autorin des Buches „Medienrecht Schweiz“ folgenden Beitrag geschrieben:

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Die Kritik gegen das ACTA *) erfolgte teilweise vehement und richtet sich insbesondere gegen eine befürchtete Verletzung von Grundrechten, insbesondere Verletzung von Meinungsäusserungsfreiheit, Datenschutz und Privatsphäre.

Die Kritik ist gross, die rechtlichen Auswirkungen in der Schweiz wohl gering. Die Bestimmungen im ACTA sind mit dem bestehenden Schweizer Recht vereinbar. In vielen Bereichen geht das Schweizer Recht nach wie vor über ACTA hinaus (vgl. www.ige.ch).

Was viele nicht unterscheiden: Das ACTA erfindet das Urheberrecht nicht neu, sondern enthält „lediglich“ Bestimmungen über die Rechtsdurchsetzung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten im Internet. Im ACTA ist explizit verankert, dass neben den Interessen der Rechteinhabers die Grundsätze wie freie Meinungsäußerung, faire Gerichtsverfahren und Schutz der Privatsphäre zu beachten sind.

Trotzdem: Der Bundesrat hat mit Medienmitteilung vom 9.5.2012 mitgeteilt, dass die Schweiz mit der Unterzeichnung des Abkommens zuwartet.

Mehr Informationen zum Thema: ACTA – wifimaku-Medienrecht Schweiz:

*) Das Handelsabkommen gegen Fälschung und Piraterie regelt Standards im Kampf gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen.

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Nathalie Glaus ist Rechtsanwältin und öffentliche Notarin,MLaw et lic. oec, bei Glaus & Partner Rechtsanwälte in Uznach: www.glaus.com.

Sie ist wifimaku-Autorin für das Onlinebuch zum Medienrecht Schweiz.

 

Videowerbung kommt nur bei wenig Usern gut an

Videowerbung gehört zu den Werbemitteln im Onlinemarketing, die derzeit am schnellsten wachsen. Trotzdem kommt diese Art der Werbung nicht bei allen gut an.

Videowerbung Online
Bildquelle: wrw / pixelio.de

Nur 11 Prozent der User sehen sich Video- bzw. Bewegtbildwerbung an und interessieren sich für deren Inhalte. Dies ergab eine Umfrage von Vibrant unter 1’000 Usern in Deutschland. Auf der anderen Seite verlassen gut 16 Prozent der Befragten eine Webseite sofort, wenn Videowerbung zu sehen ist.

Gut 1/5 der Onlinenutzer akzeptiert Videowerbung online. Aber 45 Prozent überspringen Bewegtbildwerbung. Ein wichtiger Grund dafür ist die fehlende Relevanz der Werbung zum Inhalt, wo das Video angezeigt wird. 69 Prozent der befragten User bezeichnen Videowerbung als „völlig irrelevant“. Nur rund 1/3 der Deutschen sind der Meinung, dass die Bewegtbildwerbung zum Inhalt der Webseite passt.

 

Mehr zum Thema Video- und Bewegtbildwerbung auf wifimaku von Daniel Hünebeck.